Man hört oft Kritik an ubuntu, wenn man etwas in der Materie steckt. Es sei "zu bunt", "zu einfach", durch das Verwenden proprietärer Treiber nicht mehr OpenSource und überhaupt versteckt man das System immer mehr vor dem User hinter buten Fenstern. "ubuntu goes Windows" heißt das dann abfällig. Aber ist das wirklich ein Problem oder nicht viel mehr die Lösung eines solchen?
Ich bin froh das ubuntu ist wie es ist. Ich habs heute meinem Vater auf den Rechner installiert - das hätte ich mit meinem RedHat Cartman nicht bringen können. Ist das ein Rückschritt? Ich sage nein. Andere vielleicht ja.
Ich bin froh das es Linux gibt das so DAUsicher ist das ich es benutzen kann - ohne mir dabei oft Nächte lang bis zum Ohrenbluten an Kernels und Konfigurationen zu frickeln - wobei ich gerne bastle, und auch in ubuntu Baustellen gefunden habe. Aber es waren lösbare Baustellen - und dafür bin ich ubuntu und seinen Machern unglaublich dankbar. Übrigens begibt sich jeder der keine LTS - Version installiert ein bisschen auf die Pfade eines Betatesters - so habe ich das zumindest verstanden.
ubuntu ist ein großer Schritt vorwärts - keinesfalls ein Rückschritt. Wer gerne mehr frickelt und OpenSource über ein funktionierendes System stellt, der kann das gerne mit den entsprechenden Distris tun, auch mit gobuntu soweit ich gehört habe. Wer frei von Schuld ist werfe den ersten Stein, das hat schon vor 2000 Jahren jemand gesagt - und genau wie damals finden sich halt auch heute Pharisäer. Vielleicht meinen sie es gut, aber nicht alles was gut gemeint ist ist auch gut gemacht - oder dient der Sache.
Überhaupt - man kann nicht von allen verlangen das gleiche Ziel zu haben. OpenSource - das ist für die einen ein beinahe religiöses Mantra, für die anderen ein "nice-to-have" - sicher wärs mir lieber, ich hätte ein System das von hinten bis vorne Open Source ist. Aber was hilft es mir wenn mein Drucker nicht druckt, meine Grafikkarte aussteigt und ich nichts damit anfangen kann?
Ich geh im Leben viele Kompromisse ein, denn das ist das Wesen unserer Gesellschaft. Wer sich das nicht eingesteht, lügt sich selbst in die Tasche. Das wir daran arbeiten sollten, ist keine Frage. Aber der Weg dahin steht jedem frei, und ob er überhaupt gezwungen werden könnte ihn zu gehen, ist die nächste Frage.
Wie wäre es ein neues elitäres Betriebssystem zu erfinden, bei dem dann die Us37-l33ts wieder auf diese Linux / Mac / und Windowsnutzer runterblicken können, auf deren Rechnern MP3s, Videos und so ein Schnickschnack läuft... das wäre doch mal wieder was. Findet sich denn kein Informatikstudent oder Garagenbesitzer, der da was machen könnte? Es wäre an der Zeit, denn Linux ist nicht mehr sicher als Insel der Wissenden - schon erreichen weniger qualifizierte Nutzer das Ufer der Insel, richten sich auf und freuen sich auch hier gehen zu können... ja, es wird Zeit....
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